Ihr Lieben,

heute ist doch tatsächlich unser 10. Hochzeitstag. Man hätte ihn kommen sehen.. das haben wir auch. 
Aber es wird nun kein übermäßiges Bohei um diesen Tag geben, denn es ist ein Tag wie jeder andere auch. Überhaupt stehe ich Jubiläen etwas skeptisch gegenüber, weil ich mir denke „das ganze Jahr über passiert nix und dann feiert man diesen einen Tag?“

Nein.. besser ist doch, wenn man sich täglich zeigt, dass man sich liebt – nicht nur am Hochzeitstag oder am Valentinstag oder an einem sonstigen Tag, der mit überteuren Preisen zum Feiern einlädt.

Unser Hochzeitstag vor 10 Jahren.. der kirchliche wohlgemerkt, obwohl der standesamtliche, der ja den Grundstein für alles legt schon 2 Tage zuvor dran war.
Aber beim kirchlichen kann Frau sich im Hochzeitskleid wie eine Prinzessin fühlen. Da das aber auch für uns oder sagen wir besser – für mich – der perfekte Tag werden sollte, wollte ich natürlich nix dem Zufall überlassen und habe mich vorher ziemlich gestresst.

Dass ich dann vorher schon mit dem linken Auge etwas Probleme hatte und wie durch einen Schleier sah, war aber nichts, was mich beunruhigt hätte. Immerhin gab mir die Augenärztin noch den deutlichen Hinweis „erstmal ganz entspannt heiraten und dann am Montag drauf mal das Krankenhaus aufsuchen und in die Röhre (MRT) schieben lassen, um zu prüfen, was da los ist“.

13423785_10153921418537912_1435129654774929795_n 13423790_10153921418437912_944573490594221706_nOkay… der Hochzeitstag war superschön, ist aber etwas an mir vorbei gegangen bzw. ich war nicht ganz anwesend.

Nach 3 Tagen erhielt ich dann die Diagnose MS – Multiple Sklerose. 
Das war nicht schön und hätte mit einem etwas einfühlendem Arzt zwar an der Situation nichts geändert, aber evtl. hätte ich mich nicht gefühlt, wie von einem Lastwagen überfahren (obwohl ich hier nicht sagen kann, wie genau sich das anfühlt..).

 

Das war also der Start in unser Eheleben. Aber getreu unserem Trauspruch „Ertragt einander in Liebe und seid darauf bedacht, zu wahren die Einigkeit im Geist durch das Band des Friedens“ und dessen Empfehlung „für ein Paar, dem der gemeinsame Alltag ohne `rosige´Illusionen, aber in dem Vertrauen darauf, dass die Liebe auch durch schwierigere Zeiten trägt, besonders wichtig ist“ hat doch alles recht gut funktioniert.
Wir haben Höhen und Tiefen durchlebt, mehrere Jobwechsel durchgemacht, ein Fernstudium nebenher gewuppt, im letzten Semester dann sogar mit Kind, das in dieser Zeit geboren wurde und alles sowas..

Wir unterstützen uns gegenseitig, jeder den anderen… bei seinen/ihren „Spinnereien“, Verrücktheiten aber besonders auch bei kleinen und großen Schwierigkeiten, wie es sie dann doch manchmal gibt.

Tja und diese Verrücktheiten führen uns heute zu unserem 10. Hochzeitstag. Wir befinden uns gerade auf der Autobahn in Richtung Zugspitze, weil der Göttergatte beim Zugspitzultratrail mitlaufen wird morgen. Heute werden wir wieder die #kchncrw (Kuchencrew) und ganz viele vom #twitterlauftreff treffen – das wird ein Spaß 👍

Ehrlich – noch vor 10 Jahren hätte ich das für unmöglich gehalten, SO meinen / unseren Hochzeitstag zu verbringen, aber heute freue ich mich „wie Sau“ 💗

Ich kann euch nur raten, genießt euer Leben und macht es euch so schön wie nur irgendwie möglich!! Es lohnt sich… 💞

10 Jahre…

Welt-MS-Tag, die neunte (seit 2009)

Ihr Lieben,

bisher habe ich in fast jedem Jahr zum Welt-MS-Tag selbst oder wenigstens etwas mit-organisiert, um den für uns MS-Erkrankte wichtigen Tag gebührend zu feiern.
Das habe ich auch schon verbloggt, z.B. in 2015 (und Vorjahren) unter dem Hashtag #strongerthanMS oder auch 2016 unter keinem Häschdägg, weil das doch etwas chaotisch alles lief, nachzuhören hier: 😝  https://chronischhochdrei.wordpress.com/2016/05/31/chaosblog/

Okay, eine Krankheit feiern lässt eher mal seltsam anmuten.
Aber eigentlich geht es darum, an diesem Tag weltweit auf die Krankheit Multiple Sklerose aufmerksam zu machen, da dies eine Krankheit ist, die in so vielen verschiedenen Varianten daher kommt, dass sie schlecht in eine Schublade zu schieben ist.

Erst am vergangenen Wochenende durfte ich bei der Bloggerveranstaltung #denkst17 in Nürnberg der lieben Julia @Mama_Schulze lauschen, als sie aus ihrem Erstlingswerk „alles wie immer, nichts wie sonst“ vorlas – die absolute Premiere, denn das Buch wird erst im Herbst veröffentlicht. Julia ist auch eine derjenigen, die sich mit der MS mal schlechter, aber ich hoffe viel öfter viel besser herumschlagen (müssen). Sie betreibt auch sehr viel Öffentlichkeitsarbeit, um über diese Krankheit aufzuklären und Menschen die Angst zu nehmen, wenn sie die Diagnose neu bekommen.

Denn MS ist kein Todesurteil, man kann relativ gut damit leben.. mit den immer mal wieder auftretenden „kleinen und größeren Schwierigkeiten“.

Ich werde hier nicht auf den neuesten Stand der möglichen Behandlungen eingehen. Wer sich informieren möchte, kann dies unter www.dmsg.de und in vielen Publikationen und Foren tun.

Allerdings möchte ich drauf hinweisen, dass am Welt-MS-Tag (immer der letzte Mittwoch im Mai) vielerorts Veranstaltungen geplant sind – um die Öffentlichkeit einzuladen, sich mit der Krankheit MS zu befassen. Denn oftmals entstehen Vorurteile oder Ängste aus Unwissenheit und demzufolge Fehleinschätzungen.. Plakat_Welt_MS_Tag_web_rgb.jpg

 

Bei uns in Bayreuth wird es am nächsten Mittwoch zwar keine Veranstaltung geben (zumindest keine, von der ich weiß), aber am kommenden Samstag (27.05.) veranstaltet das Reha-Team den 1. Bayreuther MS-Tag. Hier wird es zu Beginn des Tages ein Interview geben, in dem wir unsere Selbsthilfegruppe „Albatros“ vorstellen dürfen.

Jedes Jahr ruft der Bundesverband der DMSG ein Motto aus für den Welt-MS-Tag. Dieses Jahr lautet es: „alles geht, aber eben nur anders“ und verbunden mit diesem äußerst lebensfrohen Bild trifft der Spruch für mich genau den richtigen Punkt!

Ich selbst bezeichne mich auch nicht als „krank“, sondern als „anders gesund“.. wir dürfen nie vergessen, dass unsere Worte Macht haben.. auf andere, aber auch besonders auf die eigene innere Einstellung. Und die möchte ich mir beibehalten, wann immer und so lange, wie möglich!

Ein einschlägig wohlgekannter Rat ist „Tue Gutes und rede darüber“ – aber evtl. ist auch schon das „darüber reden“ das, das Gutes tut. Indem man Menschen, die die Diagnose MS neu erhalten haben und erstmal gar nicht wissen, wohin mit all den Gefühlen und Fragen, durch aufmunternde Worte an der Hand nimmt, damit sie nicht so tief fallen im ersten Moment.
Seinen Weg, mit dieser Krankheit / Aufgabe umzugeh
en, muss jeder selbst finden..
Aber es ist wie Laufen lernen – am Anfang wird man an die Hand genommen, fällt einige Male hin und muss erst lernen.. aber dann ist man irgendwann nicht mehr zu bremsen und hat den eigenen Weg gefunden.
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Das wünsche ich jedem und jeder!

Geht euren Weg, prüft was euch gut tut und dann macht mehr davon 💗

Es heißt nicht umsonst:

 

 

 

eure Beate

 

 

 

 

Diabetes im neuen Gewand..

Ihr Lieben,

manch einer mag es zuletzt mitbekommen haben.. Montag morgen war ich tierisch happy aufgrund eines (für mich) sehr guten Langzeitblutzuckerwertes, den ich mir beim Diabetologen abgeholt habe.

Meine Werte sind tatsächlich besser bzw. stabiler geworden, weil ich nun seit einem guten halben Jahr das Freestyle Libre Messsystem nutze.

Das ist ein Blutzuckermesssystem ganz ohne das tägliche mehrmalige in-den-Finger-pieksen, um zu wissen, wie es mir geht und was der Zuckerspiegel im Blut grad so veranstaltet. Ich lege lediglich theoretisch alle 14 Tage einen Sensor an, der dann im Unterhautfettgewebe minütlich den Gewebezucker bestimmt. Und das auch immer dann, wenn man mit dem Lesegerät / Scanner den Wert ausliest.. was besonders am Anfang gefühlt alle halbe Stunde war 🙂 Denn man spürt ja gar nix davon und ist ständig informiert über den aktuellen Stand.

Ein weiteres Plus ist, dass durch die dauerhafte Messung des Gewebezuckers nicht nur der Verlauf dokumentiert wird, sondern sich daraus auch eine Entwicklung, sprich ein Trendpfeil ablesen lässt.

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 Y.E.A.H 🤘🏻🙋 Anscheinend hab ich jetzt die richtige Einstellung gefunden.. 😍 Die Sonne lacht – ein guter Start in den Tag! Habt alle einen schönen 🍀 #happy #diabetestyp1

in Beitrag geteilt von Beate Platl (@xusunni) am 5. Mai 2017 um 23:23 Uhr

Die sehen so aus und bedeuten:
⬆️ Glukosewert steigt rasch (mehr als 2 mg/dL pro Minute)

↗️ Glukosewert steigt (zwischen 1-2 mg/dL pro Minute)

➡️ Glukosewert ändert sich langsam (weniger als 1 mg/dL pro Minute)

↘️ Glukosewert fällt (zwischen 1-2 mg/dL pro Minute)

⬇️ Glukosewert fällt rasch (mehr als 2 mg/dL pro Minute)

Da ich den Scanner gerne in der Hosentasche mitführe (weil dann mal eben kurz gescannt werden kann), habe ich mir auch schon 2-3 Kratzer in das Display gerieben.

Vor kurzem habe ich routinemäßig wieder einen neuen Sensor gesetzt, diesen auch „gestartet“ (also Lesegerät mit dem Sensor connected) und gewartet, jeweils 60 Minuten bei jedem neu gesetzten Sensor – vermutlich müssen die beiden sich immer erst beschnuppern und checken, ob sie miteinander klarkommen 😅
Nein, natürlich nicht.. das hat einen technischen Hintergrund und muss so sein.
Ich will es gar nicht genau wissen, nehme es so hin und freue mich, wenn dann alles funktioniert..
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Das tat es dann aber nicht! Ich konnte nach einiger Zeit meinen aktuellen Wert messen, dieser wurde mir aber nur als Punkt angezeigt. Ich dachte erst noch, naja neuer Sensor.. wer weiß, was da los ist..
Aber auch beim nächsten Scan wurde mir zwar wieder der Wert als Fixpunkt angezeigt, aber kein Verlauf, so wie bisher gewohnt..

 

Also habe ich am nächsten Tag bei der Abbott-Hotline angerufen, die Sachlage geschildert und ein Austauschgerät zugesichert bekommen –
denn ich muss ja weiterhin meinen Blutzucker messen können.
Glücklicherweise hatte ich noch einen Vorrat meiner vorherigen Messstreifen (zur Kontrollmessung), was aber bedeutete, dass ich wieder mehrmals piksen musste.

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Im Zuge des Austausches habe ich mich dazu entschlossen, eine Displayfolie zu bestellen und bin bei Diasticker.de auf noch viel nettere Gadgets gestoßen, weshalb mein Scanner nun ganz Ladylike in rosa glitzert ☺️

Und ganz davon ab hatte mich der Shop schon gleich wegen seines Slogans „lebe bunt!“  🙆

Diese Sticker kann man auch beliebig austauschen, weshalb mein Scanner nun nicht mehr so 08/15 in der Hosentasche versauern wird… sondern evtl. mal mit auf dem Tisch liegt. Meine Kollegin hatte mich schon gefragt, was das für ein cooles Handy sei.. naja – ich hab es ihr erklärt, denn verstecken muss man sich wegen nichts..

Das ist auch eines meiner Ziele, über chronische Krankheiten aufzuklären (eben die, über die ich etwas sagen kann). Denn oft passieren Zurückhaltung, Falschdenken und Ängste einfach durch Unwissenheit. Das kann man aber niemandem vorwerfen, denn wenn MICH jetzt jemand fragen würde, ob ich wohl nicht erkenne, dass z.b. ein Nachbar Krebs hätte (ist nur hypothetisch!!) – woher sollte ich das wissen und erkennen können…

Deswegen geht mit offenen Augen durch die Welt, niemand muss sich bei allem auskennen, denn niemand kann sich in allem auskennen können. Aber seid interessiert und denkt nicht „geht mich nix an“. Empathie und Interesse am Anderen sind (zumindest mir) wichtige Dinge, die in der Gesellschaft leider schon nicht mehr ganz so häufig anzutreffen sind.

Morgen werde ich nach Nürnberg zum Bloggertreffen #denkst fahren – da gibt es wieder haufenweise nette Leute, tolle Vorträge und mit Sicherheit einen ganz impulsiven interessanten Tag 😀 Mit der jetzt wieder funktionierenden Verlaufsanzeige werde ich den Tag genießen können ✌️

Lasst es euch alle gutgehen und macht euch das Leben so schön, wie IHR es erleben möchtet 💓 💚

Ein ziemlich perfekter Tag.. 💗

Ihr Lieben,

ich bin mit meinem Blog Chronischhochdrei eigentlich keine typische Familienbloggerin, sondern habe hauptsächlich meine 3 chronischen Krankheiten zum Hauptthema.
Aber ich bin auch Mama, Ehefrau, Angestellte in Teilzeit, Selbsthilfegruppenleiterin und einfach Mensch. Den Blickwinkel nur auf eine Seite der Medaille zu richten, lässt Dinge ziemlich einseitig erscheinen und das verzerrt die Darstellung.

Heute bekam ich wieder die volle Breitseite, also das große Ganze zu spüren, denn nur in der Gesamtheit zeigen auch einzelne Punkte ihre Wirkung.

Denn heute war der erste für alle freie Tag nach ziemlich vollen Wochen. Passenderweise war heute auch ein Feiertag, der als ersten Pluspunkt das Thema „Ausschlafen“ anbot. Okay, es war halb acht Uhr… aber das ist schon wesentlich mehr Ausschlafen, als unter der Woche 😃

Diesen Start in den Tag haben wir nach dem Frühstück und der anschließenden Lesestunde als Familie für eine gemeinschaftliche sportliche Aktivität genutzt. 90min Laufen (30 Ein-, 30 Schnell- und 30Auslaufen) standen beim Göttergatten auf dem Plan. Da kann man sich dann überlegen, das haben wir gestern Abend schon, ob die 90 Minuten am frühen Morgen abgespult werden sollen oder ob sie als Familytime genutzt werden können. Wie gesagt haben wir uns für Zweiteres entschieden.. Run&Bike waren schon in den letzten Tagen angesagt, als das Kind bei den Großeltern nächtigte, weil wir beide noch arbeiten mussten. So auch heute, bei strahlendem Sonnenschein im Gegensatz zu der gemeldeten Bewölkung mit Regen (die nur stellenweise auftrat) – nur an der Kälte könnte man noch etwas arbeiten (im Schatten!), aber dafür kann man sich ja anziehen 😉

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Diese 90 Minuten konstante Bewegung haben auch meinem Blutzucker unheimlich gut getan und ich wurde mit sehr guten Werten belohnt.Am Nachmittag haben wir dann noch etwas im Haus gewerkelt und im Kinderzimmer Ordnung geschaffen.

Der Sohn hat eine tolle Lego-Szenerie aufgebaut, die stark an LegoCity erinnert – anscheinend ist das doch kein stumpfes ins-iPad-gucken, sondern die Kreativität profitiert auch davon.

 

FullSizeRender 24.jpgDie nächsten guten Werte erhüpfte ich mir auf dem Trampolin, im Wohnzimmer.. mit cooler Musik 😅
Das heute geltende Tanzverbot kann einem ja nicht verbieten, mit seiner Familie zuhause Spaß zu haben und ein „Training“ zu absolvieren.. im Kreis, abwechselnd und doch irgendwie wild und lustig ☺️

Nach einem leckeren Abendessen – wer hat schon ein Kind, dem selbstgemachter Krautsalat schmeckt, ich war ganz überrascht – entschlossen wir uns dann, noch einen Film gemeinsam anzuschauen. „Zoomania“ wurde es, ganz stilecht mit Popcorn wie im Kino.

Mittlerweile liegt das Kind im Bett und schläft nach diesem langen Tag..
Das Beste, was einem als Eltern passieren kann ist doch: „Ich finde, der Tag heute war sooooo cool und ein ganz toller erster gemeinsamer Ferientag“ – denn das war er für uns.

Alle zuhause, alle Urlaub / Ferien / frei.. alles gut 💞
Und die chronischen Krankheiten…? Die haben auch gerade Urlaub und dürfen sich gerne dann wieder melden, wenn der Tank der Entspannung wieder voll ist ☺️

Was habt ihr denn in den Osterferien vor oder seid ihr evtl. sogar schon im Urlaub?

Ich wünsche jedenfalls jedem, dass ihr es euch gut gehen lasst und euch das Leben so bunt malt, wie IHR es erleben möchtet 👍

 

 

 

Was es noch zu sagen gibt..

Ihr lieben,

auch wenn viele Bloggerkollegen gerne ihr #WiB – Wochenende in Bildern verbloggen z.B. die liebe Susanne von @geborgen-wachsen.de, die „Urmutter“ dieser Serie, Jessi von @feiersun.de, JuSu von @MamaSchulze.de, Alu und Konsti von @grossekoepfe.de  oder Dani von @Gluckeundso und noch viele viele viele weitere Blogger mehr, zu finden unter dem Hashtag #WiB, so habe ich heute (wohlgemerkt Samstag Abend) leider keine Bilder für euch – aber dafür einen sonstigen Inhalt auf dem Blog, den ich gerne mit euch teilen möchte.

Denn das Wochenende begann gestern mit dem wohlbekannten FREUtag (anstelle Freitag), da dies der letzte Arbeitstag für mich in der Woche ist und das Wochenende schon „vor der Tür steht“. Dies ist zwar jeden Freitag so, sollte man meinen, aber gestern stand auch mal wieder das Gruppentreffen unserer Albatrosse (Selbsthilfegruppe für an Multiple Sklerose Erkrankter in Bayreuth) auf dem Plan.

Und weil ich als Gruppenleiterin „meinen“ Albatrossen ja gerne etwas Gutes tun möchte, kam ich gestern spontan auf die Idee, Obst einzukaufen – was dann zur Freude aller auf dem Tablett angerichtet (mein 💗-licher Dank gilt Steffi 😘) einfach ein willkommener Snack war und unser Treffen draußen an der frischen Luft im Sonnenschein noch angenehmer machte.

Heute vormittag stand dann ein gemeinsames Run-and-Bike mit dem Göttergatten und dem Sohn auf dem Plan, das Wetter war grandios und wir haben in 1,5 Stunden ca. 15km abgespult. Das hat meinem Diabetes sehr gut getan.

Ich bin mit einem etwas höheren Wert gestartet und knapp unter 100mg/dl wieder zuhause angekommen – ein deutliches Signal für mich, doch öfter mal wieder das Rad zu nutzen.. 😅

Anschließend war für den Nachmittag ausruhen in der Sonne, Wäsche waschen, Wäsche im Garten trocknen und dann für mich ein Geburtstags-Kaffeekränzchen bei der Nachbarin (und ihren Freundinnen – alles betagte, aber äußerst liebe Damen) angesagt. Das war sehr schön, ich durfte sie im letzten Jahr schon kennenlernen und es ist mir immer wieder eine Freude, dass ich dabei sein darf.

(Es gab leckeren Frankfurter Kranz und viel Geplauder ☺️)

nur ein Teil des Essens…

Am Abend hat der Göttergatte dann noch vegetarisch gegrillt, ein weiteres, neu entdecktes Highlight – also nicht das Grillen, eher das „auf Tier verzichten“. Das praktizieren wir seit längerem und es tut gar nicht weh. Die Welt können wir damit nicht retten und wir sind da auch keine Extremisten, aber mit dem Blick darauf, was den armen Tieren eigentlich angetan wird, schmeckt mir das berühmte Grillfleisch nicht mehr so wirklich.
Stattdessen gab es leckere gefüllte Paprika, gegrillte Zucchini und Champignons und noch leckeren Salat auf Mandarinen-Vinaigrette.. ich sag´s euch – ein Traum!!

Das Kind hat mit der Nachbarstochter im Garten Theater gespielt, sie sind auf dem  Baum herumgeklettert, haben geschaukelt, herumgealbert und hatten riesig viel Spaß

Ja..  das alles und der Ausblick auf morgen – da werd ich am Nachmittag sicherlich wieder ein Bild vom Happy Place posten – macht mich einfach glücklich! 💗

Das Ganze klappt auch ohne viel Bilder.. aber am wichtigsten sind die Bilder im Herzen, die sich einem beim Erleben einprägen.

Drum wünsche ich euch allen ein spitzen Rest-Wochenende am morgigen Sonntag – macht euch euer Leben schön, so wie IHR es erleben möchtet 💗

(Ich könnte gleich noch den Spannungsbogen für die kommende Woche aufbauen… aber nee – das lass ich 😇 Am Montag gibt es sicherlich wieder einiges zu erzählen, aber das gibt denke ich einen extra Eintrag – stay tuned! )

Chronischhochdrei.. irgendwie unheimlich?

Ihr Lieben,

als Erstes möchte ich mich herzlich bei der lieben Ju @wheeleymum bedanken, für die Möglichkeit, an ihrer Blogreise „Eltern mit Behinderungen“ teilzunehmen.

Ich lernte sie im vergangenen Jahr bei der Denkst!, einem Bloggertreffen in Nürnberg kennen, wir kamen ins Gespräch und ich mochte sie gleich. Sie ist so eine starke Frau, die täglich mit ihrer seltenen chronischen Erkrankung und den ständigen starken Schmerzen lebt und doch immer positiv eingestellt ist.

Sie hat es sich zur Aufgabe gemacht, Eltern mit chronischen Krankheiten oder Behinderungen jedweder Art zusammen zu bringen, aufzuklären und sich dafür einzusetzen, dass Inklusion mehr ist, als eine Politikphrase… das echte Leben! 💕

Mir wurde für meinen Part der Blogreise der Begriff „unheimlich“ zugewürfelt, worüber ihr im Folgenden Näheres erfahren werdet.

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„Chronischhochdrei.. irgendwie unheimlich?“

Mit der Überschrift werden meist die ersten spontanen Gedanken geweckt, worum es sich im folgenden Blogbeitrag handeln wird.

Was sagt denn der Begriff „unheimlich“ eigentlich genau aus?
Der Duden sagt:

  1. ein unbestimmtes Gefühl der Angst, des Grauens hervorrufend
    1. (umgangssprachlich) sehr groß, sehr viel
    2. (umgangssprachlich) in außerordentlichem Maße; überaus, sehr

Okay, ein unbestimmtes Gefühl der Angst hervorrufend.. hab ich Angst? Wovor? Warum?
Nein, ein stetiges Gefühl der Angst, wie eine schwarze Wolke, die ständig über einem schwebt, kenne ich nicht wirklich. Angst ist der schlechteste Ratgeber und holt einen in den unpassendsten Situationen ein – oftmals kann man diese zum Teil heftigen Impulse gar nicht steuern.

Und dennoch… aktuell passieren so viele schreckliche Dinge im Weltgeschehen, dass einem doch Angst und Bange werden kann.

Mein persönliches Waterloo erlebte ich aber vor kurzem:
Sonntag Abend.. der Tag war geprägt von schönen Ereignissen und guten Momenten.

Der spontane Sonntag-vormittag-Spaziergang dauerte ca. 1 Stunde bei schönstem Sonnenschein, nachmittags war dann Standdienst beim Hobbymarkt in Bindlach angesagt. Hier konnten wir in Gesprächen zum Thema Multiple Sklerose Ratsuchenden wieder gut helfen, Denkanstösse geben und unterstützen.FullSizeRender 14

 

Zum Abend hin meinte mein Körper aber wohl, ich hätte mich nun genug für den Tag angestrengt, er macht jetzt einfach mal Pause…

Pause im Sinn von „Du hast jetzt mal einen fetten Unterzucker, die Kräfte sind leer, ruh Dich mal aus“

Man muss dazu sagen, dass der Wert, den der FreeStyle Libre anzeigt, mit einer Verzögerung zu bewerten ist – sprich, wenn ich JETZT 49 mg/dl messe, war der Wert schon vor ca. 15-20 Minuten auf diesem Level.

Naja und gepaart mit dem angezeigten Trendpfeil (also abwärts) lässt sich leicht ablesen, dass hier dringendst Traubenzucker oder Cola vonnöten ist.

Das habe ich schon gar nicht mehr richtig wahrgenommen.. es war mir wichtiger (weil auch noch der Küchenwecker klingelte), mich darum zu kümmern, dass die Abendessenpizza nicht im Ofen verbrennt.

Ja…. Unterzucker from hell!
Mein Mann hat das natürlich mitbekommen und stand dann schon mit einem Glas Cola bereit. Der stolzen Beate war es aber wichtiger, dem Göttergatten mitzuteilen, dass sie die Pizzen im Ofen schon längst getauscht hat (zur Hälfte der Zeit von oben nach unten, damit die Pizzen gut durchgebacken werden 😅).
Als ob das in dem Moment wichtig wäre….

Je mehr er mich drängte, doch nun endlich was zu trinken, umso sturer und abgedrehter und aggressiver wurde ich. Ja, das ist eines der Anzeichen von Unterzucker bei Diabetikern. Man kann bisweilen nicht mehr klar denken und wird aggressiv – gerade so, als ob man nicht nur einen, sondern mehrere über den Durst getrunken hat und stark alkoholisiert ist.

Es gipfelte darin, dass mein Mann schon die sogenannte „Notfallspritze“ (das Glucagen-Notfallset) aufgezogen hatte und drohte „wenn Du jetzt das Cola nicht trinkst, spritz ich Dir das Glucagon und ruf den Notarzt!!!“

Das war auch für ihn eine schon sehr lange nicht mehr da gewesene Situation.
Eine Stresssituation vom Feinsten.

Ich habe mich dann doch davon überzeugen lassen, das Glas Cola zu trinken.. war aber gefrustet, weil mein Einwand, die Pizzen doch getauscht zu haben, anscheinend wertlos war.
Natürlich… von 20x sagen wird es ja auch nicht besser. Besonders in so einer Situation.

Mein Mann hat mir dann mit meinem anderen Blutzuckermessgerät noch parallel den Wert per Piksen gemessen, denn der Libre zeigte im Verlauf leider nur dauernd noch „Lo“ an, was soviel heißt wie: unter 40 mg/dl.. also äußerst niedrig und „mach was!“

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Der niedrigste blutig gemessenen Wert lag dann bei 37 mg/dl. Ich werde wohl beim nächsten Diabetes-Check und der standardmäßigen Frage „waren Sie im zurückliegenden Quartal auf Fremdhilfe angewiesen?“ wahrheitsgemäß mit JA antworten.

Denn ohne Hilfe hätte das ganz schön böse ausgehen können..😔

 

Mittlerweile, einige Tage später, kann ich fast drüber lächeln, weil ich wohl doch ganz schön viel Mist geredet haben muss.
So ähnlich muss es Antje ergangen sein, die vor noch gar nicht langer Zeit auch über ihren „bösen Vollrausch“ schrieb.. ihren Blogeintrag erwähne ich hier nochmal, weil er das Leben mit dieser nach außen unsichtbaren Krankheit und ihren Auswirkungen sehr gut erklärt.

Ich möchte jedem, der auch Diabetiker ist oder an einer sonstigen Gesundheitsschwäche leidet, bei der es zu kritischen Situationen kommen kann, nur raten: seht zu, dass ihr gut auf Euch achtet und immer ausreichend Reserven mit euch führt.

Ja – das klingt und ist umständlich!

Ja – das nervt mitunter!

Ja – das lässt euch bisweilen als Exot wirken!

Ja – auch das nervt!

ABER: gute Vorbereitung und Umsichtigkeit kann Leben retten – nicht nur das eigene.

Wenn dies soweit gut gelingt und alles läuft, wie gewünscht, dann gibt es nur ein abschließendes Ergebnis: Man ist unheimlich glücklich!! – Ich bin es 💓

🎨 Malt auch ihr euch euer Leben so schön und bunt, wie IHR es erleben möchtet… 🎨